Birgit Flores

Grundregeln einer gesundheitsbewussten Ernährung

Um es vorwegzunehmen: es gibt keine Ernährung, die für alle Menschen gleichermaßen zu empfehlen ist. Menschen sind in ihrer Grundkonstitution verschieden, haben verschiedene Lebensentwürfe und unterschiedliche gesundheitliche Dispositionen. Somit ist eine gesunde Ernährung sehr individuell und kann für jeden Menschen anders aussehen.

Trotzdem gibt es ein paar grundlegende Faktoren, die jeder für sich beherzigen kann:

  • Frische, regionale Herkunft der Nahrungsmittel sowie Anbau ohne Pestizide und Umweltgifte, tierische Produkte aus artgerechter Haltung
  • Schonende, nährstofferhaltende Zubereitung
  • Während des Essens sowie ca. 20 Minuten vor und eine halbe Stunde nach dem Essen nichts oder wenig trinken. Zuviel Flüssigkeit verdünnt die Verdauungssäfte. Ein Glas warmes Wasser schluckweise zur Mahlzeit kann die Verdauung unterstützen, vor Allem bei trockener Nahrung.
  • Zusammenstellung der Nahrung beachten –> nicht alles, was als gesund gilt, kann auch zusammen verzehrt werden, da sich die Verdauungsenzyme teilweise gegenseitig in ihrer Funktion behindern
  • Jahreszeiten beachten –> z.B. keine Erdbeeren im Herbst oder Winter, keine schwer verdaulichen Speisen bei großer Hitze
  • Essenszeiten/Rhythmen/Rituale einhalten –> gib Deinem Körper die Möglichkeit, sich auf die Nahrungsaufnahme einzustellen. Regelmäßigkeit verhilft zu einer besseren Verwertung der Inhaltsstoffe sowie zu einer besseren Verdauung
  • Iss langsam und bewusst, kaue gut und konzentriere Dich auf Dein Essen –> d.h. iss nicht während der Arbeit, beim Laufen, Fernsehen oder Lesen. Emotional oder geistig herausfordernde Gespräche sollten beim Essen vermieden werden. Man isst häufig mehr als geplant und der Verdauungsprozess wird behindert.
  • Gib Deinem Körper nach der Essensaufnahme die Möglichkeit, zu verdauen. Ein kurzer Spaziergang oder eine kurze Ruhepause geben dem Körper Zeit für den Verdauungsprozess. Danach wirst Du Dich wieder leistungsfähiger fühlen.
  • Wenn Du Dich gesättigt fühlst, höre auf zu essen. Lasse grundsätzlich etwa ein Viertel Deines Magens ungefüllt, damit der Verdauungsprozess leichter vonstatten gehen kann. Das Sättigungsgefühl tritt erst etwa 20 Minuten nach dem Essen auf.
  • Was auch immer Du zu Dir nimmst, genieße es! Wenn Dir etwas partout nicht schmecken möchte, dann iss es nicht. Du darfst gerne von allem probieren. Gib auch Dir unbekannten Nahrungsmittels die Chance, in Deinen Ernährungsplan aufgenommen zu werden. Wenn Du es aber probiert hast, vielleicht auch ein zweites Mal, und es mundet Dir nicht, dann zwinge Dich nicht. Auch wenn es das gesündeste Nahrungsmittel der Welt wäre, Dein Körper würde nicht davon profitieren. Vielleicht gibst Du ihm zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal eine Chance. Der Geschmackssinn ändert sich im Laufe des Lebens ebenso wie im Hinblick auf bestimmte Lebenssituationen.
  • Vermeide Radikal-Diäten. Für Deinen Körper bedeuten sie großen Stress und wahrscheinlich wirst Du, sobald die Diät beendet ist, wieder in Deine alten Gewohnheiten zurückfallen. Der Körper benötigt Zeit, sich auf eine neue Form der Ernährung einzustellen. Wenn Du etwas ändern möchtest an Deiner Art, Dich zu ernähren, wenn Du Dich langfristig besser und gesünder fühlen möchtest, dann gib Dir und Deinem Körper Zeit. Probiere Neues aus, sei offen für Veränderungen, beobachte Dich und Dein Wohlergehen.
  • Durch eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten kann es zu Reinigungs-Reaktionen im Körper kommen. Vielleicht schwitzt Du vermehrt, vielleicht reinigt sich Dein Körper über die Haut. Wenn die Reaktionen sehr stark sind, dann solltest Du evtl. mehr trinken. Wichtig: bei gesundheitlichen Problemen, suche auf jeden Fall einen Arzt oder Heilpraktiker auf. Das solltest Du vor einer Ernährungsumstellung sowieso tun, wenn Du gesundheitlich beeinträchtigt bist.

Auch wenn Du nicht alle Regeln einhalten kannst, ist es gut, sich die einzelnen Punkte immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Mit der Zeit wird es Dir immer leichter fallen, mehr der genannten Faktoren in Deine Ernährungsgewohnheiten einzubeziehen und step-by-step Deine für Dich passende Ernährung zu finden.


Wichtig: Ausnahmen sind erlaubt!
Manchmal befinden wir uns in Situationen, in denen wir von unseren Prinzipien abweichen müssen oder auch dürfen. Wenn Du unterwegs bist, erweist sich manch guter Vorsatz als schwer realisierbar.

Bist Du häufig beruflich unterwegs, so findest Du durch gute Vorbereitung auch außerhalb von Zuhause Wege, Dich angemessen zu ernähren. Brauchst Du Tipps zur Unterstützung, dann wende Dich gerne an mich.

Auch wenn das köstliche Eis mit Schlagsahne gar nicht in Deinen Ernährungsplan passt, darfst Du es Dir trotzdem auch ohne schlechtes Gewissen mal gönnen (solange keine medizinische Indikation dagegenspricht). Die ausgeschütteten Glückshormone (Serotonine) wirken sich nicht nur auf Deine Stimmung aus, sondern fördern u.a. auch die Darmtätigkeit sowie den Schlaf-Wach-Rhythmus. Achte aber auf jeden Fall darauf, dass das eine Ausnahme bleibt und Du auch wieder in Deinen gesunden Rhythmus zurückfindest.

Ich wünsche Dir gutes Gelingen und einen guten Appetit!

Text: ©Birgit Flores